Das PAED-Net
Auf Initiative von Kinderärzten, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Koordinierungs-Zentren für Klinische Studien (KKS) wurde 2002 ein Netzwerk gebildet mit dem Ziel, eine Infrastruktur für pädiatrische Arzneimittelprüfungen an deutschen Universitätskliniken aufzubauen. Das Pädiatrische Netzwerk (PAED-Net) leistet mit den durchgeführten Studien einen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit und zur Optimierung der Arzneimitteltherapie im Kindes- und Jugendalter. Die Einrichtung von pädiatrischen Modulen (klinischen Studienzentren) an 6 KKS Standorten (Freiburg, Heidelberg, Köln, Leipzig, Mainz, Münster) und eine Koordinierungszentrale in Mainz wurde bis 2008 vom BMBF gefördert.
Netzwerkstrukturen für die effiziente Durchführung pädiatrischer Studien sind unverzichtbar. Gründe hierfür sind kleine Fallzahlen und die besonderen wissenschaftlichen, ethischen und logistischen Herausforderungen. In der Europäischen Kinderarzneimittelverordnung wird daher ein Netzwerk auf europäischer Ebene gefordert. Im Europäischen Netzwerk sollen die nationalen Netzwerke der Mitgliedstaaten mit der European Medicines Agency (EMEA) zusammenarbeiten.
Mit dem PAED-Net wurde das Fundament für den Aufbau eines nationalen Netzwerks in Deutschland gelegt. Nach Beendigung der BMBF-Förderung im September 2008 kooperieren die PAED-Net Mitglieder in Studien, entwickeln ihre Expertise und Studienstrukturen weiter und tragen durch Fortbildungen und Studienkooperationen zur Multiplikation von Studienkenntnisssen bei. Die Koordinierungszentrale des PAED-Net wird derzeit aus Mitteln des Standortes Mainz in einem Mindestumfang aufrecht erhalten. Dies geschieht in der Erwartung, dass gemeinsam mit der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin e.V. (DGKJ) die Entwicklung einer nationalen Netzwerkstruktur unterstützt werden kann.
Literatur
Seibert-Grafe M, Butzer R, Zepp F: German Paediatric Research Network (PAED-Net). Pediatr Drugs 2009;11(1):11-13
Mühlbauer B, Janhsen K, Pichler J, Schoettler P: Off-label-Gebrauch von Arzneimitteln im Kindes- und Jugendalter. Dtsch Arztebl Int 2009;106(§):25-31
Müllens M, Butzer R, Seibert-Grafe M, Zepp F: EU-Verordnung über Kinderarzneimittel: Mehr Sicherheit. Dtsch Arztebl 2007;104(5):A226-8
